Dunkel war’s, der Mond schien helle…

Wir können beim Umbau nicht einfach die bestehende Elektroversorgung erweitern oder ändern. Im Laufe der Jahre ist ja angebaut und ständig erweitert worden, und im ältesten Teil des Hauses liegen noch alte Stegleitungen, die heute überhaupt nicht mehr zulässig sind. Zudem müssen wir ja in 3 Wohneinheiten aufteilen und alles getrennt abrechnen können, daher bleibt nur: alles neu.

Da der Kostenvoranschlag des Elektrikers im Endeffekt ca. 3x so teuer war wie in unserem Budget vorgesehen, haben wir kurzerhand entschieden, das meiste davon selbst zu machen. Eric hat also in gut zwei Wochen Urlaub im EG sämtliche Schlitze gemacht, Leitungen verlegt und Dosen gesetzt. Und die Kabel für Deckenlampen und Spots, die mussten natürlich auch rein, bevor die Decke verputzt wird.

Im Moment ist daher fast alles, was mit der Elektroverkabelung im EG zusammenhängt, tot. Auch die Außenbeleuchtung geht nicht, und da Vollmond leider nicht täglich ist, haben wir jetzt eine Solarlampe an der Haustür stehen, damit man zumindest das Schlüsselloch findet 😉

Putzen ist Frauensache?!

Wer putzt, der bleibt…. oder so ähnlich, hoffe ich jedenfalls. Wir befinden uns ja seit ein paar Wochen im Stadium der Deckenheizung. Die Schläuche sind alle an der Decke im EG montiert, und die erste Lehmschicht ist drauf. Und hält endlich. Am Anfang hab ich mir schon etwas Sorgen gemacht, ob die Jungs wirklich wissen, was sie da tun – weil nämlich große Teile des Lehms immer wieder von der Decke runterfielen. Aber mittlerweile ist alles dicht und angetrocknet, und die Gewebeschicht wurde diese Woche auch aufgebracht. Nach dem Trocken kommt dann die nächste Schicht.

In der Zwischenzeit sind auch die Wände fast alle grob verputzt. Jetzt müssen wir noch entscheiden, wo Tapete oder nur Farbe hinkommt, weil dann der entsprechende Endputz draufkommt. Bilder folgen!

Wieder ein Behördengang

So. Alles vermessen, abgerissen, abgesteckt, verkauft.

Fast. Bis uns der Notar kurz vor dem Beurkundungstermin sagte, dass die Teilungsgenehmigung für das betreffende Grundstück noch fehlt. Was für eine Genehmigung??!

Dabei wurden die Eintragungen im Grundbuch schon längst vorgenommen, und das Grundbuchamt selbst konnte uns auch nicht erklären, was das sein soll oder woher man es bekommt. Nach Rücksprache mit dem Vermesser war klar: entweder das Bauamt stellt eine solche Genehmigung aus, oder der Vermesser macht eine Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Teilungserklärung.

Aha. Hätte uns ja auch schon früher mal jemand sagen können, dass wir das brauchen… Und es kostet natürlich extra 🙂 Zum Glück kann man es telefonisch beantragen, und der Vermesser schickt es uns und dem Notar dann direkt per Post (per Mail ist verboten, da amtliches Dokument…) zu.

Ein leidiges Thema

Die Heizung. Wie sagt man so schön: Früher war alles besser?

Na ja. Zumindest billiger, als wir noch mit Holz geheizt haben. Seitdem wir ausschließlich mit Öl heizen, sind die Kosten quasi explodiert. Selbst in dem kleinen Haus mit 100 m², in dem wir aktuell wohnen, haben schon einen hohen Verbrauch an Öl, weil auch hier nichts gedämmt ist, die Fenster alt, und die Türen alle zugig. Im Treppenhaus sind es gefühlt nur ein paar Grad über 0 (ich hab das Thermometer gerade rausgestellt und prüfe nachher mal).

Meine Mutter heizt bei derselben Ausgangssituation halt gut 300 m². Kein Wunder, dass wir im Keller 4000 l Tankvolumen haben. Und die sind schon wieder leer! Wir hatten gehofft, damit noch über den Winter zu kommen, bis wir auf die neue Heizung umstellen, aber als diese Woche die Sanitärfirma einen Blick auf den Füllstand geworfen hat, war klar: das reicht noch für maximal 3 Tage…

Wir mussten also schnell nochmal 1000 l tanken und hoffen, dass das jetzt wirklich das letzte Mal war. Dummerweise reichen die Schläuche in den Tanks nicht bis auf den Boden, d.h. selbst wenn noch einige Liter drin sind, kann die Heizung trockenlaufen, weil ein bestimmter Pegel nicht erreicht wird. Die Sanitärfirma wird nun bei nächster Gelegenheit das Öl aus drei Tanks in den vierten umpumpen. Da die noch in gutem Zustand sind, bekommen wir sogar noch etwas Geld dafür, und haben keine zusätzlichen Kosten für die Entsorgung. Endlich mal eine gute Nachricht!

Fakten zum Umbau

Zustand vor Umbau:

  • Hausgröße: ca. 130 m² pro Etage, zzgl. Teilunterkellerung (2/3) und Dachboden
  • Bauart: Massiv, aber nicht gedämmt. 2 Vollgeschosse, Raumhöhe ca. 250 cm.
  • Baujahr: 1963 zu 2/3, Anbau 1/3 in den 80er Jahren (nicht unterkellert, war ursprünglich Garage.
  • Dachboden: teils mit Zwischensparrendämmung (Mineralwolle, nicht verkleidet) ca. 1980, teils ausgebaut.
  • Heizung: Öl/Holz kombiniert, 4 Tanks à 1000 l . Sehr hoher Verbrauch. 4 Solarpanels zur Warmwasserunterstützung.
  • Sanitär: Abwasserleitungen marode, im Keller undicht, sehr ungünstiger Kanalanschluss. Wasserleitungen verlaufen vom Keller hoch auf dem Fußboden des Dachbodens und von da wieder runter ins EG + OG. Leitungen nicht isoliert, zu geringer Querschnitt.
  • Elektro: nur 1 Schaltkasten, alle Leitungen vom Stand 1960 bzw. 1980 (nur Anbau)
  • Keller: massiv und trocken, aber Wassereintrag auf der Nordseite bei Regen
  • Dach: Eindeckung Frankfurter Pfanne, ca. 1990, noch in Ordnung. Dachfenster undicht.
  • Fenster: 80er Jahre, Kunststoff-Isolierglas, größtenteils undicht.

So soll’s (ökologisch) werden:

  • Dämmung Außenwand, Zwischensparrendämmung Dachboden, Kellerdecke (alles mit Hanf / Heraklit)
  • Neue Heizung: Pellet-Deckenheizung, Pelletlager wird im Keller geschaffen
  • Wasserleitungen (Zu- und Abwasser) neu, neue Anbindung an Kanal, Revisionsschacht vor Hauseingang
  • Elektro komplett neu + automatisiert
  • Fenster alle neu, 2-fach Verglasung
  • alle Innentüren neu, unten 1m, oben 90 cm
  • neuer zusätzlicher Hauseingang für 2. Wohneinheit im EG
  • EG komplett barrierefrei
  • ökologischer Lehmputz bzw. Unterputz im ganzen Haus
  • neue Fußböden im ganzen Haus
  • kompletter Dachausbau

Aus Alt mach Neu

Die vorige Woche war der Elektriker da, um den Strom im EG lahmzulegen. Leider – durch Trial & Error am etwas unübersichtlichen Sicherungskasten – hat er dabei auch unbewußt die Heizung lahmgelegt. Das haben wir aber erst Stunden später gemerkt, als es langsam immer kälter wurde… Über Nacht und bis zum nächsten Nachmittag war es dann eiskalt im Haus, bis die Sanitärfirma endlich kommen konnte, um die Heizung wieder zum Laufen zu bringen. Leider ist es bei dem Ding so, dass man sie nach Stromausfall neu programmieren muss, sonst „läuft“ nix.

Diese Woche ging es dann weiter im Erdgeschoss mit Abbruch und Neuaufbau. Es gab ein paar Tage Stillstand, weil die Handwerker nicht weitermachen konnten, bis die alten Heizkörper abgebaut waren. Da meine Mutter derzeit ja noch im OG wohnt, ging das nicht so einfach. Die Sanitärfirma hat nun diese Woche das Wasser aus allen Heizkörpern abgelassen, die Dinger im EG demontiert und die im OG wieder zum Laufen gebracht. Zum Glück wurde es diesmal aber wieder warm am Abend 😉

Unten sind jetzt alle Durchbrüche gemacht und die alten Türen zugemauert. Beim Durchgang von Küche-Wohnzimmer muss noch der Sturz eingebaut werden, es wurde erstmal provisorisch abgestützt. Die beiden Türen, die vorher zum Treppenhaus führten, wurden auch zugemauert, allerdings nur so tief, dass wir die Treppenhausseite später als Garderobennische nutzen können. Wir hatten erst überlegt, die Türen nur mit Holzplatten zu verschließen, aber wegen dem Schallschutz wurde dann doch gemauert.

Hier die Bilder:

Vorher: Durchgang zur kleinen Küche. Jetzt: Durchgang (zu) zum neuen Bad. Die Nische rechts war mal eine Tür zum Wohnzimmer, die wird jetzt der Durchgang zum hinteren Eingang.
Sicht vom neuen Bad aus: rechts die ehem. Tür zum Treppenhaus (siehe oben), links war der Durchgang zum Wohnzimmer. Unten wurde schon der Estrich rausgestemmt für die neue Dusche.
Sicht vom alten Wohnzimmer aus: Durchgang zur kleinen Küche zugemauert, und die ehemalige Tür links daneben wird jetzt wieder geöffnet.

Hier der neue Durchbruch zum neuen Flur (vorher die Kaminecke im Wohnzimmer) – da fehlt noch der Sturz.
Hier war vorher die Tür zum Schlafzimmer. Der Sturz oben ist so breit, weil das vor dem Anbau in den 80ern die Außenwand mit einem großen Fenster war (das Schlafzimmer war eine Garage). Rechts jetzt der 2m-Durchbruch zum neuen Wohnzimmer:
Die alten Heizungsrohre stecken noch in der nicht mehr vorhandenen Wand…

Bilder vom Abbruch

Hier ein paar Eindrücke von dieser Woche.

Don’t build your house on the sandy land…

Nein, wir haben nicht auf Sand gebaut, dafür mit Hohlblocksteinen. War halt billig, vermute ich. Aber leider auch nicht viel tragfähiger als Sand, wenn’s nach unserem Kaminofenbauer geht… Offiziell dürfen es ca. 200 kg/m² Bodenfläche sein. Definitiv zu wenig für einen Kachelofen. Und auch zu wenig für jeden anderen Ofen, der in der Lage wäre, Wärme zu speichern. Wir warten jetzt erstmal auf eine genaue Berechnung von unserem Bauleiter, in der Hoffnung dass da noch etwas Spielraum ist.

Unsere Abrisstruppe hat gestern und heute wieder enorm viel geschafft. Ich kam heute ins Haus und es war überall erstaunlich hell – weil etliche Wandteile fehlten 😉 Sämtliche Wände und Decken sind jetzt befreit von Tapeten, Styropor, Holzlatten, Fliesen und was sonst noch zum Vorschein kam. Es war echt ein „Wow“ Effekt, das Haus so nackt zu sehen. Der Estrich für die Dusche war auch schon ausgestemmt, der Durchgang vom künftigen Flur zum Schlafzimmer, die letzte Wand im alten „kleinen“ Eingang war weg, und die Zwischenwand von Bad/Abstellraum. Und ein Container voll mit Styropor und Rigipsplatten.

Was jetzt noch fehlt, sind die Wände wo Heizkörper drinstecken. Da muss erst die Sanitärfirma her, das ganze Wasser ablassen (auch im OG, wo meine Mutter aktuell noch wohnt), Rohre abklemmen, wieder anschließen, etc.

Fotos folgen morgen – seid gespannt 🙂

Kaminplanung

Heute war ein Kaminbauer da, um sich die Gegebenheiten vor Ort anzusehen. Eigentlich wollten wir zuerst zum Laden fahren, aber der Herr wollte freiwillig erstmal bei uns vorbeikommen – da sagen wir natürlich nicht nein.

Und natürlich war meine erste Planung damit „dahin“. Ursprunglich dachte ich, den Kamin an der Nordseite vom Wohnzimmer zu platzieren, aber das wäre wohl die schlechtere Lösung. Er wird wohl an die Ostseite kommen, ziemlich mittig, so dass er am Fenster vom Dachboden vorbeiführt. Vorteil ist, dass wir auch von der Küche aus Sicht auf den Kamin haben und die Wärme natürlich besser in die Küche gelangt, weil direkt gegenüber ja der Durchbruch ist. Das Klavier muss dann allerdings woanders hin. Folgendes ist zu beachten:

  1. Der neue Außenkamin aus Edelstahl muss – nach neuer Vorschrift – im Umkreis von 15 m (!!) jeweils 1 m über allen Fenstern liegen. Wenn der Kamin an der Nordseite wäre, müsste er deswegen über die Firsthöhe reichen wegen dem besagten Fensterabstand, dazu müsste ein Durchbruch im Dach gemacht werden. An der Ostseite ist das einfacher, weil der Dachüberstand so gering ist, dass er daran vorbeigeführt wird.
  2. Außerdem muss der Schornsteinfeger (bei Neubauten) den Zugang zum Kamin außen in ca. 150 cm Höhe (vom Boden aus…) zur Verfügung haben – d.h., der Abzug kann nicht erst im OG drangebaut werden, sondern muss bis zum Erdgeschoss runtergezogen werden.
  3. Bei der Außendämmung muss direkt am Kaminrohr feuerfestes Material zur Dämmung verwendet werden, also Mineral-/Steinwolle. Wenn die ganze Fassade ohnehin mit sowas gedämmt wird, ist es egal, aber bei uns müssen wir dann eine Aussparung vorsehen, da ja Heraklit vorgesehen ist.
  4. Innen muss um den Kamin eine Freifläche von 1 m eingeplant werden als Feuerabstand.
  5. Natürlich kann er auch nicht direkt auf Parkett stehen. Es muss entweder gefliest oder mit Glasplatte abgesichert werden.

Wir werden jetzt als nächstes einen Termin im Laden vereinbaren, um uns beraten zu lassen, welcher Kamin/Ofen in Frage kommt.

Dokumente von A-Z

Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Teilung

„Die Teilung eines Grundstücks, das bebaut oder dessen Bebauung genehmigt ist oder das aufgrund einer Genehmigungsfreistellung bebaut werden darf, bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Genehmigung der Bauaufsichtsbehörde (Teilungsgenehmigung) oder einer bauordnungsrechtlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung (gem. §7 Grundstücksteilung der Hessischen Bauordnung), die von einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur oder dem Amt für Bodenmanagement ausgestellt werden kann.“
Ob die Teilung eines Grundstücks eine Genehmigung voraussetzt wird nach § 8 Abs. 1 Baugesetzbuch (BauGB) durch Satzung im Geltungsbereich eines Bebauungsplans bestimmt.
Die Teilungsgenehmigung wird auch als Parzellierungsgenehmigung bezeichnet. Wenn ein Eigentümer sein Grundstück oder ein Gebäude teilen möchte, benötigt er nach § 19 Baugesetzbuch die Teilungsgenehmigung. Der Eigentümer oder Architekt muss die genauen Grundstücksteile angeben und den Teil, der der Trennung unterliegt, bezeichnen.
Danach erhält der Eigentümer die Abgeschlossenheitsbescheinigung, die zusammen mit aktuellen Bauplänen und dem Lageplan für eine notarielle Teilungserklärung benötigt wird, um einen Eintrag im Grundbuch zu erreichen.

Abgeschlossenheitsbescheinigung

Da das Wohnhaus bis dato vollständig meiner Mutter gehörte, wir aber den Kredit für das gesamte Haus alleine tragen, musste zuvor eine grundbuchmäßige Eigentumsübertragung stattfinden. Davor wiederum musste für das Haus eine Abgeschlossenheitsbescheinigung beantragt werden, welche die einzelnen Räume / Teile den künftigen Eigentümern zuordnet.
Hierzu mussten erstmal Pläne vom Haus (im künftigen geplanten Zustand) erstellt werden. Dabei müssen Sondereigentum (was nur einer Person gehört, z.B. die jeweiligen Wohnräume) und Gemeinschaftseigentum, das allen Parteien gehört bzw. zu denen jede Partei Zutritt haben muss (z.B. Heizungsraum) gekennzeichnet sein.
Für diese Bescheinigung gibt es je nach Stadt/Gemeinde etwas andere Vorgaben, was zum Antrag beim Bauamt eingereicht werden muss, auch die Kosten hierfür sind recht unterschiedlich. In Marburg braucht man dafür:

  • Lageplan (1:1000) 3-fach auf der Basis des Auszugs aus dem Liegenschaftskataster
  • Grundbuchauszug 1-fach (erhältlich am Grundbuchamt)
  • Pläne aller auf dem Flurstück (Fl. Nr.) stehenden Gebäude (M.: 1:100) 3-fach
  • Bauzeichnung (Grundrisse, Ansichten, Schnitte) in dreifacher Ausfertigung im Maßstab 1:100, vom Bauherrn oder Planverfasser mit Datum versehen und unterschrieben. Die Bauzeichnung muss bei bestehenden Gebäuden eine Baubestandszeichnung sein. In den Grundrissen sind alle zu einer Wohnung gehörenden Einzelräume mit der jeweils gleichen Nummer zu kennzeichnen.

Bei uns hat sich allein dieser Vorgang über mehrere Monate gezogen: wir brauchten erst die Pläne vom Haus, dann musste der Antrag in mehrfacher Ausfertigung eingereicht werden. Nach Erhalt der Bescheinigung (dauert mehrere Wochen…) inkl. des Aufteilungsplans (das ist die gestempelte Bauzeichnung) mussten wir vom Notar eine –> Teilungserklärung erstellen lassen für das Grundbuchamt, damit die neuen Wohnungsgrundbücher angelegt werden konnten. Problematisch war dabei, dass Teile der Nebengebäude (Werkstatt und Scheune) mit einem Teil auf dem Grundstück des Wohnhauses stehen. Für die AB müssen aber sämtliche (!!) Gebäude, Freiflächen etc. den jeweiligen Parteien zugeordnet werden, und um dies zu tun, müssen für diese Gebäude / Flächen auch Pläne vorliegen (die wir nicht hatten). Es wurde nach langem Hin- und Her so gelöst, dass wir für die Werkhalle Fotos beigefügt und eine –> Dienstbarkeit vom Notar erstellt und beglaubigt wurde, um die Halle unabhängig von der AB zu belassen. 

Abrissgenehmigung („Baugenehmigung“)

Die brauchen wir für die Scheune, die noch mit einem winzig kleinen Teil auf dem Flurstück vom Wohnhaus steht. Auf dem Formular steht verwirrenderweise nicht „Abrissgenehmigung“ sondern „Baugenehmigung“, und es dauert tatsächlich mindestens genauso lange. Den Antrag hat unser Bauleiter erstellt, das darf man nicht selbst machen. Hierfür mussten erst noch Fotos vom Gebäude innen + außen gemacht werden, sowie grobe Skizzen, weil wir keine Pläne davon haben.

Nachdem der Antrag zwei Monate unbearbeitet auf einem Stapel im Bauamt lag, mussten wir dann auf einmal ganz dringend noch ein naturschutzrechtliches Gutachten erstellen lassen, da der Antrag sonst aufgrund fehlerhafter Angaben abgelehnt würde. Die gesetzte Frist hat gerade so gereicht, um einen Gutachter zu finden, zu bestellen und den Bericht von ihm zu bekommen. Eingereicht haben wir es dann per Mail beim Bauamt, weil es sonst zu spät gewesen wäre…
Wir waren im Frühjahr sogar persönlich beim Amt um uns zu erkundigen, wie so ein Antrag gestellt wird, aber von einem Gutachten hat keiner was gesagt. Auch nicht, dass es unterschiedliche Formulare gibt und dazu unterschiedliche Fristen/Bearbeitungszeiten (wir haben scheinbar das falsche Formular verwendet).  

Antrag zur Baubegleitung

Dies wird vom Bauleiter erstellt bzw. vorausgefüllt und von diesem – zusammen mit der –> Vollmacht – an die KfW weitergeleitet. Der Bauleiter (oder „Begleiter“) übernimmt dabei ähnliche Funktionen wie ein beauftragter Architekt, nur für weniger Geld. Er plant die Maßnahmen, kontrolliert die Umsetzung und beauftragt ggf. auch die nötigen Gewerke. Am Ende wird das Gesamtprojekt von ihm abgenommen und der KfW in einem dicken „Buch“ bestätigt.

Bestätigung zum KfW-Antrag

Das ist ein neunseitiges Formular mit Angaben zum Investitionsobjekt und den geplanten Maßnahmen, das man mit dem Kfw-Antrag bei der Bank einreicht. Das Formular erhält man von der Bank, nicht von der KfW.

Datenschutzerklärung

…für die KfW, diese kam formlos per Mail vom Bauleiter, wurde von uns kurz per Mail bestätigt und ging dann an die KfW.

Kostenberechnung

Zusammen mit dem Antrag für den KfW-Kredit muss auch eine Kosten- und
–> Wohnflächenberechnung eingereicht werden. Diese erstellt der Bauleiter bzw. Energieberater.

Teilungserklärung

Wird notariell angefertigt und beglaubigt und dann zusammen mit der Abgeschlossenheitsbescheinigung („AB“) und den Bauzeichnungen (in 5facher Ausfertigung!!) von Notar ans Grundbuchamt geschickt. Zusätzlich musste die –> Eigentumsübertragung der betreffenden Hausteile (gemäß AB) beurkundet werden, die dann der Bank für den KfW-Antrag vorgelegt wird. Hierzu reicht eine Kopie der notariellen Urkunde, da es u.U. sehr lange dauert (mehrere Monate), bis der Vorgang vom Grundbuchamt vollzogen ist. 

Vollmacht zur Antragstellung im KfW-Zuschussportal

In Kombination mit unserem Kredit für das Programm 151/152 übernimmt die KfW 50% der Kosten (bis zu 4.000 €) für die Baubegleitung durch einen Experten. Der Bauleiter/ Energieberater beantragt den Zuschuss für die Baubegleitung und benötigt dafür eine Vollmacht vom Bauherren, um diesen Antrag einzureichen (wenn man es nicht selbst macht).

Wohnflächenberechnung

Wird zusammen mit der –> Kostenberechnung vom Bauleiter zum KfW-Antrag eingereicht. Zusätzlich müssen in den Plänen vom Haus neben dem vermaßten Grundriss auch nochmal die m² der einzelnen Räume aufgeführt sein.

Abbruch 2. Tag

Heute wurden alle Tapeten aus Küche, künftigem Bad und Wohnzimmer entfernt. Die Trennwand von der Dusche im kleinen Treppenhaus wurde entfernt und einer der beiden Kamine, an dem früher der Holzherd hing. Der Kamin musste weg, da an diese Stelle die Tür zum neuen Schlafzimmer hin soll. 

Aufgrund der spontanen Bestellung der Handwerker haben wir leider einen wichtigen Punkt ganz zu Anfang vergessen, nämlich den Staubschutz an den Türen zum Treppenhaus. Jetzt ist es natürlich zu spät. Obwohl wir versuchen, die beiden Türen zum Flur geschlossen zu halten, dringt der Staub überall durch bis nach oben… Es ist eine unglaubliche Sauerei.

Unsere Finanzierung beim Umbau

Wir werden den Hausumbau durch einen KfW-Kredit finanzieren.

Dies läuft über das Programm „energieeffizient sanieren„. Je nachdem, wie energieeffizient das fertige Haus später ist, gibt es unterschiedlich hohe Zuschüsse. Wir planen ein KfW-50 Haus, das uns die höchste Förderung bringt. Dazu nötig sind Außendämmung, Dachdämmung, neue Fenster und ein Heizsystem, das auf erneuerbaren Energien basiert (schließt also Gas aus). Wir haben einen Energieberater, der hierfür alle Berechnungen vornimmt, die Maßnahmen kalkuliert und den Nachweis für die Kfw erbringt. Wir hatten vorher auch einen Architekten konsultiert, der den Umbau geplant hätte, uns aber von Kfw abgeraten hat (es würde sich nicht lohnen, Aufwand zu hoch, …). Unser Energieberater hat uns eines Besseren belehrt:

Beim höchsten Fördersatz erhält man dann einen Tilgungszuschuss von ca. 27% pro Wohneinheit. Die maximale Kreditsumme beläuft sich auf 100 T€ pro WE. Da wir 3 WE planen, erhalten wir also einen Kredit von 300 T€ und davon sind 27% tilgungsfrei, was unsere Tilgungsdauer um 10 Jahre verkürzt (man bekommt also nicht die 27% ausgezahlt, sondern die zu tilgende Summe reduziert sich entsprechend). Alle o.g. Maßnahmen würden wir ohnehin durchführen müssen, allenfalls die Außendämmung hätten wir evtl. gestrichen. Aber da wir bei dem großen Haus einen hohen Energieverbrauch haben, rechnet sich die Dämmung wahrscheinlich trotzdem – im Moment haben wir horrende Kosten für den Ölverbrauch, bis zu 6000 l pro Jahr. 

Jetzt geht’s los

Dass es jetzt so schnell ging, damit hatten wir nicht gerechnet 😉 Heute sind die Handwerker angerückt, die sich jetzt zunächst (das künftige) Schlafzimmer, Ankleide und Bad vornehmen. Wir hatten bereits angefangen, Fliesen/Tapeten etc. abzumachen, aber die beiden Jungs haben an einem Tag mehr geschafft als wir vermutlich in 1 Woche… Einen Bauschuttcontainer konnten wir ebenfalls sehr kurzfristig organisieren (am Dienstag telefoniert, am Mittwoch stand er da 😊) – und das Beste: er kann bis Ende Dezember stehen bleiben, und zwar ohne Berechnung! Der Lieferant war total nett und hatuns damit natürlich sehr weitergeholfen, woher sollten wir sonst so schnell einen Container kriegen?!

Es waren wirklich 3 Schichten Fliesen übereinander. Die müssen alle runter, weil der Putz sonst nicht darauf hält. Auch die Tapeten müssen alle runter.

Beim Öffnen der Decke stellten wir fest, dass diese nicht gerade, sondern gewölbt ist. Diese Wölbungen wurden damals mit dem Holz/Stroh-Wasauchimmer gefüllt, um den Putz plan aufzubringen. Dabei wurde uns auch klar, dass wir die Elektrik aus gutem Grund komplett erneuern…

 

Wie alles begann

Wir haben uns bereits vor einigen Jahren mit dem Thema Hausbau beschäftigt, weil wir nicht dauerhaft auf Miete wohnen wollten. Häuser geplant, Angebote eingeholt, Finanzierung geprüft. Und dann war die Überlegung, was meine Mutter eigentlich „später“ macht. Zu dem Zeitpunkt lebte sie mit meinem Großvater und dessen Schwester in einem ehemaligen Aussiedlerhof. Wir kamen irgendwann überein, dass es für uns alle am sinnvollsten wäre, zusammen zu bauen, um uns in Zukunft gegenseitig helfen zu können.

Als mein Großvater verstarb, erbte meine Mutter den Hof. Wir fingen also an, ein gemeinsames Haus für uns alle zu planen, auf einem Teil des bisherigen Grundstücks. Allerdings stellten wir bald fest, dass unsere Vorstellungen und Wünsche unseren finanziellen Rahmen sprengten. Die Firmen, die wir angefragt hatten, nannten uns alle ein Budget von ca. 500 T€ – und keineswegs in der Luxusvariante, sogar ohne Keller. Nach Abwägen von allen Vor- und Nachteilen haben wir uns daher entschlossen, das bestehende Wohnhaus zu behalten und umzubauen, so dass getrennte Wohneinheiten entstehen. Hauptsächlich hat zu dieser Entscheidung beigetragen, dass wir bei einem Umbau zum Kfw-55 Haus einen so hohen Tilgungszuschuss bekommen, dass wir das Ganze auch vor unserer Rente abbezahlt bekommen. Das wäre beim Neubau nicht möglich gewesen, zudem wir einige Abstriche beim Platz und der Qualität hätten machen müssen (Fakten zum Haus(um)bau findet ihr in einem separaten Beitrag!).

Als wir uns informieren wollten, wie man so ein Projekt am besten angeht, haben wir festgestellt, dass es zwar Trillionen Blogs für neue Häuser gibt, aber so gut wie keine, wenn es „nur“ um Umbauten geht. Dabei wäre gerade das für uns sehr interessant gewesen, um Ideen zu sammeln und typische Häuslebauerfehler zu vermeiden. Wir wollen daher mit diesem Blog dazu beitragen, etwas Licht ins Dunkle zu bringen und anderen Umbauern Anregungen für ihr eigenes Projekt.

Bevor wir allerdings mit den eigentlichen Arbeiten anfangen konnten, ging mehr als ein Jahr (!) ins Land durch die ganzen Behördengänge und rechtliche Abklärungen (hierzu gibt es noch einen eigenen Beitrag, für die die es interessiert). Es geht ja nicht nur darum, ein paar Räume neu zu tapezieren, sondern wir entkernen quasi das ganze Haus und machen (fast) alles neu. 

Jetzt ist es aber endlich soweit, dass dem Papierkram auch Taten folgen. Wir werden daher demnächst über den Baufortschritt berichten und separate Beiträge zu den Themen Kosten – Planungsaspekte – Probleme … etc. erstellen. In einem Zeitraffer werde ich die wichtigsten Meilensteine auflisten, damit man einen besseren Überblick hat. Auch wir hatten total unterschätzt, was alles im Vorhinein zu tun und klären ist, und wie lange das dauert. 

Noch eine Anmerkung zu der Ausführung: wir werden hier erstmal keine Handwerker oder anderen „Dienstleister“ mit Namen nennen. Ihr könnt euch aber persönlich an uns wenden, wenn ihr einen konkreten Namen wissen möchtet.